Chronik des 1. Feuerschützenclub 

Lohhof von 1980 e.V.

 

 

Scharf geschossen wird in der Gemeinde Unterschleißheim seit nunmehr 20 Jahren. 1980 gründeten zwölf Enthusiasten den „1. Feuerschützenclub Lohhof“. Mußten die Schützen anfangs im Ortsnachrichtenblatt noch erläutern, dass ein „Ölschuss“ nichts mit Salat zu tun habe, so hat sich ihr Sport mittlerweile am Ort etabliert und der Verein im Gau besten Ruf erworben. Eindeutiger Höhepunkt der Vereinshistorie war der 26. März 1988: da eröffnete der FSC seine eigene Schießanlage - eine absolute Sonderleistung weit und breit.

 

Für den 21. Januar 1980 war in den ... zur Gründungsversammlung geladen worden. Die illustre Runde der Vereinsgründer ziert heute noch eine Ehrentafel im Schützenheim: Volker Deindl, Werner Fischer, Hartmut Herrmann, Helmuth Hüttlinger, Willi Rauch, Manfred Rautenberg, Heinrich Schröder, Dr. Wolfgang Seidl, Klaus Siekmann, Remo Tabarelli, Peter Wallner und Tobias Wörmann. Die Versammlung einigte sich zunächst auf den Namen: als 1. Feuerschützenclub Lohhof von 1980 sollte der Verein im Register eingetragen werden. Das Vereinsemblem, das vor einer Zielscheibe das Gemeindewappen zeigt, wurde einmütig gebilligt. Nach den Satzungsformalitäten legte die Versammlung die Mitgliederstärke des Vereins auf zunächst 20 Personen fest. In der ersten Kampfabstimmung der jungen Vereinsgeschichte wurde mit 9:3 Stimmen beschlossen, Frauen erst ab einer Mitgliederzahl von 20 aufzunehmen...

 

Zum Schützenmeister wurde Helmuth Hüttlinger gewählt, Zweiter Schützenmeister wurde Heinrich Schröder, Schatzmeister Werner Fischer, Sportwart Hartmut Herrmann und Schriftführer Willi Rauch. Der Jahresbeitrag wurde auf 50 Mark festgelegt, die Aufnahmgebühr auf den doppelten Jahresbetrag. Die Gründungsmitglieder verpflichteten sich auf eine freiwillige Zahlung von je 50 Mark „Aufnahmegebühr“. Nach zweieinhalb Stunden wurde die Gründungsversammlung geschlossen. So zügig ging es freilich nicht sogleich weiter. Der Anspruch, mit scharfen Waffen schießen zu wollen, erforderte ein langwieriges Procedere zur Genehmigung. Immerhin war der Lohhofer Club der erste Feuerschützenverein im gesamten Schützengau Massenhausen.

 

Die FSCler, mittlerweile schon auf 15 angewachsen, mußten zunächst einmal die Schulbank drücken, um sich einer Waffensachkundeprüfung mit 62 Fragen zu Technik und Verhaltensmaßregeln zu unterziehen. Außerdem mußten polizeiliche Führungszeugnisse vorgelegt werden. Nach halbjähriger Wartefrist, während der Vereinsschießen zu absolvieren waren, erhielten die Schützen schließlich vom Landratsamt München ihre Waffenbesitzkarten und damit das amtliche Placet, den Schießsport eigenständig auszuüben. Hartmut Herrmann als ausgewiesener Experte war in diesen Anfangstagen die unschätzbare Stütze des Vereins.

 

Für den 18. Oktober 1980 wurde das Eröffnungsschießen auf der Olympia-Schießanlage in Hochbrück angesetzt. Helmuth Hüttlinger, der sich als Schützenmeister mit großem Engagement um die ganzen Genehmigungsverfahren bemüht hatte, gewann passenderweise das Eröffnungsschießen, das auf 25 Meter mit der Luftpistole abgehalten wurde. In Hochbrück fanden zunächst auch die Schießveranstaltungen des Vereins statt, teilweise mußte auch auf eine angemietete Anlage in Aich bei Moosburg ausgewichen werden. Vor allem in der kalten Jahreszeit forderte die Hochbrücker Feiluftanlage den Lohhofer Schützen einigen Enthusiasmus ab. „Warm verpackt in gefütterten Stiefeln, dicken Hosen und abgesteppten Jacken, auf dem Kopf eine Pelzmütze“, so wurden die Schützen beim Training 1982 im „Lohhofer Anzeiger“ beschrieben, wobei außerdem der Flachmann von Remo Tabarelli eine wichtige Rolle gespielt haben soll...

 

Die sportlichen Leistungen aber stimmten von Anfang an beim Feuerschützenclub Lohhof. Seit der Saison 80/81 beteiligte sich eine Mannschaft an den Gauwettkämpfen für Luftpistole, wobei die anderen Schützenvereine am Ort den Feuerschützen hierfür einen Übungsabend eingeräumt hatten. Bei der Gaumeisterschaft mit der Sportpistole belegten 1981 drei FSCler die ersten Plätze: Helmuth Hüttlinger, Hartmut Herrmann und Hubert Niesel holten Gold, Silber und Bronze. Der erste Wanderpokal, der unter den drei Unterschleißheimer Schützenvereinen in den Disziplinen Luftpistole und Sportpistole ausgeschossen wurde, ging mit einem Ring Vorsprung an den FSC.

 

Die erste Jubiläumsscheibe, gestaltet von Hartmut Herrmann, wurde zum ersten „Jubiläum“ im Jahre '81 ausgeschossen. Heinrich Schröder gewann sie an der Sportpistole mit einer „Zehn“. Im September 1982 wurde endlich der erste Schützenkönig des Vereins ermittelt. Auf der Hochbrücker Anlage holte sich Willi Rauch die neue angeschaffte Schützenkette erstmals. Ein schwerer Schicksalsschlag traf den jungen Verein zum Jahresende '82. Im Alter von 43 Jahren verstarb Sportwart Herrmann, der in der Aufbauphase mit seiner Sachkenntnis und seinem Engagement eine der wesentlichen treibenden Kräfte für den Feuerschützenclub war. Die Gemeinde hat eine Straße im Sportpark nach ihm benannt.

 

Die Jahreshauptversammlung 1984 brachte zwei einschneidende Veränderungen für den Feuerschützenclub. Zum einen wurde mit Hannelore Heidemann erstmals eine Frau in den Verein aufgenommen - und zum anderen äußerte der Verein erstmals öffentlich die Idee, eine eigene Schießanlage zu errichten. Die Versammlung setzte dazu einen Bauausschuss ein, der das Thema näher bearbeiten sollte. Mittlerweile näherte sich der Verein schon seinem ersten „runden“ Jubiläum und hatte sich entsprechend im Vereinsgefüge der Gemeinde etabliert. Der Feuerschützenclub feierte Weinachtsfeiern, Geburtstagsfeiern und Grillfeste, beteiligte sich mit Abordnungen an Großereignissen am Ort. Mit den Schützen aus Niedernhall in Würtemberg, wohin Gründungsmitglied Wolfgang Seidel verzogen war, wurden Besuche und Gegenbesuche ausgetauscht.

 

Im Februar ´86 wurde die neue Schießanlage für die Luftdruckwaffen eröffnet, die in den Räumen der ehemaligen Kegelbahn im Untergeschoss der Mehrzweckhalle erstellt worden war. Das war der Startschuss für den FSC zum eigenen Projekt. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 27. Juni 1986 billigte einstimmig den Bau einer vereinseigenen Schießanlage unter der Grünfläche zwischen Freizeitstätte, Turnhalle und Kindergarten, im Anschluss an die Gemeinschaftsschießstände. Mit den Genehmigungen und Zuschußzusagen von Gemeinde, Landkreis und Schützenbund wurde am 30. März 1987 der erste Spatenstich gesetzt. Nur ein Jahr später, am 26. März 1988, wurde die Anlage schon feierlich eingeweiht.

 

An die 7000 freiwilligen Arbeitsstunden wurden von Mitgliedern und Freunden des Vereins für den neuen Schießstand geleistet. Der Wert der Anlage wurde auf knapp eine Million Mark taxiert. Bei der Einweihungsfeier mit 250 Gästen, darunter Bürgermeister Hans Bayer, Gauschützenmeister Karl Hepting und Ferdinand Kröppel vom Bayerischen Sportschützenbund, wurde diese Leistung der Schützen in höchsten Tönen gelobt. Herausragend um den Bau verdient gemacht hat sich Benno Weiß, der alleine an die 1000 Stunden ehrenamtlich für das Projekt abgeleistet hat. Zur Anerkennung wurde er am 24. Juni 1988 zum ersten Ehrenmitglied des Feuerschützenclubs Lohhof ernannt. Auf der vereinseigenen Schießanlage kann mit Gewehr, Pistole und Revolver auf die 25-Meter- und die 50-Meter-Distanz scharf geschossen werden.

 

Mit der Eröffnung der Anlage konnte das Training für die sportlichen Bewerbe in ganz neuem Ambiente weitergehen. Die in weitem Umkreis einmalige Anlage wird von den drei örtlichen Schützenvereinen genutzt, der Schützengau Massenhausen trägt hier seine Gaumeisterschaften in sechs Sportpistolendisziplinen aus, der Gauförderverein Isar-Inntaler ist hier zugange, die Mannschaften im Bezirk Oberbayern tragen hier ihre Heimwettkämpfe aus und im Winterhalbjahr übte hier regelmäßig der B-Kader der Bayerischen Sportpistolenschützinnen unter Trainerin Elfe Stauch. Damit ist die sportliche Kapazität des Schießstandes freilich noch nicht ausgereizt.

 

Während sich mit der neuen Anlage der Schießbetrieb des Vereins normalisierte, ging das Vereinsleben ohnehin seinen geregelten Gang. Zu den jährlichen Fixpunkten gehört der Vereinsausflug, der alljährlich im September abgehalten wird. Christl und Manfred Mühlbauer zeichnen hier für die Routenwahl verantwortlich, Wolfgang Christoph organisiert die kulturellen Highlights. Fest etabliert hat sich auch das Grillfest im Juli, mit dem der Verein das Sommerhalbjahr beschließt. Im Oktober geht es dann wieder mit der Wettkampfsaison los, ehe das Nikolausschießen das Jahresende markiert. Weitere herausragende Ereignisse im Jahreslauf sind die Scheiben, die zu runden Geburtstagen, Hochzeiten, Kindstaufen, Jubiläen und als Gedächtnisscheiben ausgeschossen werden. Im Jubiläumsjahr zählt der Verein nun 72 Mitglieder, an der Spitze stehen Schützenmeister Karl Statzberger und sein Stellvertreter Ulli Zimolong.